Revolution am Rennrad: Für wen lohnt sich der 1-Fach-Antrieb?

Revolution am Rennrad: Für wen lohnt sich der 1-Fach-Antrieb?
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Revolution am Rennrad: Für wen lohnt sich der 1-Fach-Antrieb?

Titelbild: CC by freepik auf Freepik

 

Die Welt des Rennrad-Sportes entwickelt sich ständig weiter. Ob breitere Reifen, elektronische Schaltungen oder auch die zunächst umstrittene Scheibenbremse – sie alle konnten sich durch ihre einzigartigen Besonderheiten am Markt etablieren. Nun jedoch lässt sich bereits der nächste große Trend am Rennrad-Horizont erblicken: der 1-Fach-Antrieb.

In diesem Ratgeber erklären wir, was der 1-Fach-Antrieb überhaupt bedeutet, inwiefern er sich vom bisherigen Standard unterscheidet und für wen sich das innovative System lohnen kann.

Was sagt die Übersetzungsbandbreite aus?

Bevor wir uns beide Antriebssysteme genauer anschauen, ist es wichtig, den zentralen Begriff zu erläutern: die Übersetzungsbandbreite.

Sie wird in Prozent angegeben und beschreibt konkret den Umfang des gesamten Übersetzungsspektrums, also die Differenz zwischen dem leichtesten und dem schwersten Gang eines Fahrrads. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Trittfrequenzen und Geschwindigkeiten mit der entsprechenden Schaltung abgedeckt sind – misst also einfach gesagt die Power Ihres Antriebes.

Was ist ein 2-Fach-Antrieb

Der 2-Fach-Antrieb ist der bisherige Standard am Rennrad. Er umfasst zwei Kettenblätter mit unterschiedlicher Zähne-Anzahl an der Kurbel und unterschiedlicher Funktion. So wird das größere Kettenblatt besonders für schnelles Fahren auf gerader Strecke oder bergab verwendet, während das kleine vor allem beim Befahren steiler Anstiege zum Einsatz kommt.

Verbunden sind beide Kettenblätter durch den sogenannten Umwerfer: eine mechanische Vorrichtung, die die Kette von einem Blatt auf das andere bewegt und über den Schalthebel am Lenker gesteuert wird. Im Zuge dieser Schaltung verschiebt das integrierte Schaltwerk die Kette auf der Kassette.

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Was ist ein 1-Fach-Antrieb?

Im Gegensatz hierzu reduziert der 1-Fach-Antrieb das System auf das Wesentliche. Die Schaltung basiert auf lediglich einem Kettenblatt vorne, ergänzt durch eine Kassette mit mehreren Ritzeln hinten. Der vordere Umwerfer, der dazugehörige Schalthebel sowie die entsprechende Verkabelung entfallen komplett.

Dies hat zur Folge, dass die Gangwahl ausschließlich über das Schaltwerk am Hinterrad erfolgt. Hierzu sind Modifikationen wie eine größere Kassette mit mehr Ritzeln und größerer Spreizung nötig. Diese ermöglichen mehr Raum für Zähne, wodurch die Bandbreite auch mit nur einem Kettenblatt mit dem 2-Fach-Antrieb problemlos mithalten kann.

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Vergleich beider Systeme

Die Wahl des richtigen Antriebs kann schwierig sein und ist neben der Übersetzungsbandbreite außerdem abhängig von individuellen Faktoren wie Einsatzgebiet oder den gewünschten Gang-Sprüngen. Damit Sie problemlos die richtige Wahl für sich treffen können, gehen wir in unserem Vergleich alle diese Faktoren Schritt für Schritt durch.

Einsatzgebiete

  2-Fach-Antrieb 1-Fach-Antrieb
Stärken
  • sehr große Gangvielfalt
  • besonders feine Abstufung zwischen den Gängen
  • simpel, leicht und wartungsarm
  • hervorragende Kettenstabilität im Gelände
Ideal für...
  • Lange Touren mit abwechslungsreichem Terrain.
  • Fahrer, die ihre Trittfrequenz sehr präzise anpassen möchten.
  • Situationen, in denen kleine, gleichmäßige Gangsprünge wichtig sind, um immer im optimalen Leistungsbereich zu fahren.
  • Einsteiger & Alltags-Pendler dank der einfachen und intuitiven Bedienung (nur ein Schalthebel).
  • Rennfahrer (z.B. im Cyclocross & MTB), wo geringes Gewicht und schnelle, simple Schaltvorgänge entscheidend sind.
  • Anspruchsvolles Gelände, da die Kette durch spezielle Kettenblätter und gedämpfte Schaltwerke deutlich seltener abspringt.

Gangsprünge

  2-Fach-Antrieb 1-Fach-Antrieb
Vorteil
  • Kleine und gleichmäßige Sprünge ermöglichen sehr feine Justierung der Trittfrequenz
  • Man fährt leichter im optimalen Leistungsbereich
Der Vorteil liegt in der Einfachheit des Gesamtsystems.
Nachteil /
  • Zwangsläufig größere Sprünge zwischen den Gängen
  • Auf langen, flachen Strecken schwieriger, die perfekte Trittfrequenz zu finden

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Übersetzung & Übersetzungsbandbreite

  2-Fach-Antrieb 1-Fach-Antrieb
Bandbreite & Gänge
  • Sehr große Übersetzungsbandbreite
  • Ca. 18-22 effektiv nutzbare Gänge
  • Moderne Systeme erreichen ähnlich hohe Bandbreite wie 2-Fach-Systeme
Anpassung an Terrain
  • Anpassung an extremes Terrain durch Tausch der Kassette hinten
  • Anpassung an Terrain sehr einfach durch Tausch des vorderen Kettenblattes

Schauen wir uns hierzu einen Vergleich zweier gängiger Systeme an:

System A - 2-Fach-Antrieb: Kompaktkurbel mit 50/34 Zähnen; 11-32 Kassette

Schwerster Gang: 50 Zähne vorne / 11 Zähne hinten = Übersetzung 4,55

Leichtester Gang: 34 Zähne vorne / 32 Zähne hinten = Übersetzung 1,06

System B - 1-Fach-Antrieb: Kettenblatt mit 42 Zähnen; SRAM 10-42 Kassette

Schwerster Gang: 42 Zähne vorne / 10 Zähne hinten = Übersetzung 4,20

Leichtester Gang: 42 Zähne vorne / 42 Zähne hinten = Übersetzung 1,00

Bandbreite System A = (4,55 / 1,06) = 429 %

Bandbreite System B = (4,20 / 1,00) = 420 %

Wie man hier erkennt, ist die Übersetzungsbandbreite in beiden Systemen nahezu identisch. Der Unterschied liegt also keinesfalls in der Leistung bergauf oder bergab, sondern in der Feinheit der Gänge dazwischen.

Welche Rennräder mit 1-Fach-Antrieb gibt es?

Auch hier bei uns im Radhaus hat sich der moderne Antriebs-Trend bereits in einigen Modellen durchgesetzt. Besonders in der Kategorie der Gravel-Bikes hat sich der 1-Fach-Antrieb zunehmend einen Namen gemacht. Wie das moderne Schaltsystem sind diese Räder perfekt für Abenteuer, die auf Asphalt beginnen und auf Schotter führen.

Ein exzellentes Beispiel ist das KTM  X-Strada: Mit robuster und unkomplizierter 1-Fach-Schaltung wie der SRAM Rival 1, maximaler Zuverlässigkeit und einfacher Inbetriebnahme, auch bei anspruchsvollem Gelände. Auch hier reduziert der Verzicht auf Umwerfer und Co. die Anfälligkeit für Schmutz und Defekte – alles ohne die intuitive Bedienung zu vernachlässigen.

Auch die Modelle der Nuroad-Serie von Cube , wie z.B. das Nuroad-Race oder -Pro, sind mit 1-Fach-Schaltgruppen wie Shimano GRX oder SRAM XX Eagle ausgestattet. Damit sind diese Räder absolute Alleskönner und demonstrieren die Vorteile des modernen Schaltsystems, egal ob in der Stadt oder im Gelände.

Bild: CC by wal_172619 auf Pixabay

Kann man einen 1-Fach-Antrieb nachrüsten?

Grundsätzlich lautet die Antwort hier klar „ja!“. Bei den meisten modernen Rennrädern ist ein Umbau ohne Probleme möglich, erfordert jedoch das entsprechende Know-how, die nötige Fingerfertigkeit und spezifische Komponenten. Dazu gehören zum Beispiel ein 1-Fach-Kettenblatt, ein gedämpftes Schaltwerk, eine Kassette mit großer Bandbreite und ggf. ein neuer Freilaufkörper, sowie ein linker Bremshebel ohne Schaltfunktion.

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass der 1-Fach-Antrieb fürs Rennrad eine sehr spannende Entwicklung ist, die durch einfache Bedienung, geringen Wartungsaufwand und saubere Optik überzeugt.

Für Fahrer, die im flachen bis welligen Terrain unterwegs sind oder ein wartungsarmes System für ihr Gravel- oder Pendlerrad suchen, ist der 1-Fach-Antrieb eine exzellente Wahl. Wer hingegen maximale Flexibilität im Hochgebirge und feinste Gangabstufungen benötigt, bleibt beim klassischen 2-Fach-Antrieb besser bedient.

Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung. Eine Wahl, bei der eine Probefahrt, zum Beispiel mit einem unserer Cube Nuroad Modelle, der beste Weg ist, um herauszufinden, welcher Antriebstyp am besten zu Ihnen passt. Gerne laden wir Sie zu einer Testfahrt in einem unserer Stores ein, denn das Einzige, was besser ist, als den Unterschied zwischen 1-Fach- und 2-Fach-Antrieb zu verstehen, ist, ihn zu spüren.

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