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Die richtigen Bremsen am Rennrad sind entscheidend für Sicherheit, Kontrolle und Fahrspaß. Doch welches System passt am besten: Felgenbremse oder Scheibenbremse? In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Rennradbremsen funktionieren, welche Unterschiede es gibt und worauf Sie bei der Wahl achten sollten.
Warum die richtigen Bremsen entscheidend sind
Eine hochwertige Bremse ist weit mehr als nur ein vorgeschriebener Bestandteil Ihres Rennrades. Sie ist der entscheidende Faktor für Sicherheit, Kontrolle und das Vertrauen, auf jeder Abfahrt ans Limit gehen zu können.
Die wichtigsten Aspekte hierbei sind:
- Sicherheit: Nur mit einer starken Bremse können Sie in jeder Situation schnell anhalten.
- Kontrolle: Präzises Verzögern hilft, die Linie in Kurven zu halten.
- Fahrgefühl: Die richtige Bremse vermittelt Vertrauen, auch bei hohen Geschwindigkeiten.
- Gewicht & Aerodynamik: Je nach System kann das Rad leichter und aerodynamischer werden.
Besondere Herausforderungen des MTB Schaltwerks
Ganz egal für welchen Typ von Bremssystem Sie sich schlussendlich entscheiden, das Grundprinzip bleibt immer dasselbe: Bewegungsenergie wird durch Reibung in Wärmeenergie umgewandelt. Konkreter bedeutet dies:
- Sie betätigen den Bremshebel.
- Die Kraft wird durch das jeweilige Bremssystem auf die Bremsbeläge übertragen.
- Die jeweiligen Bremsbeläge pressen auf die Bremsfläche.
- Die dabei entstehende Reibung verlangsamt die Raddrehung (bis hin zum Stillstand).

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Haupttypen von Rennradbremsen
Ganz grundsätzlich lässt sich beim Thema Bremsen zwischen zwei Systemen differenzieren: die traditionelle Felgenbremse & die moderne Scheibenbremse. Beide Typen werden wir im Folgenden inklusive ihrer Vor- & Nachteile genauer betrachten:
Felgenbremse
Jahrzehntelang als unangefochtener Standard betrachtet, erfreute sich die Felgenbremse seit ihrer Patentierung 1893 großer Beliebtheit. Bei diesem System erfolgt das Bremsen durch den direkten Druck der Bremsklötze auf speziell bearbeitete Bremsflanken der Felge. Dieser Druck erzeugt die Verzögerung der Geschwindigkeit, sowie auch das gänzliche Abbremsen.
Seitenzugbremsen
Der absolute Publikumsliebling unter den Felgenbremsen ist die Seitenzugbremse. Das auch als “Dual-Pivot” oder “Zweigelenkseitenzugbremse” bezeichnete System besteht aus zwei identischen Bremsarmen, die zangenartig zu beiden Seiten eines mittig montierten Bolzen herabhängen. Bei Auslösung werden sie von einem seitlich befestigten Bowdenzug betätigt, woraufhin mit den Bremsbelägen gegen die Felge gedrückt wird. Die hierbei entstehende Reibung verlangsamt das Fahrrad.
Weitere Bremstypen
Im Kontext des Radsportes haben Sie vielleicht auch schon von weiteren Felgenbremsen-Typen wie U-Brakes, V-Brakes oder Cantilever-Bremsen gehört. Auch diese sind zwar weit verbreitet, finden im modernen Rennrad jedoch nur noch selten Verwendung. Deutlich häufiger sind sie an Cyclocross-, Gravel- oder älteren Mountainbikes zu beobachten.
Vor- & Nachteile
| Vorteile der Felgenbremse | Nachteile der Felgenbremse |
|---|---|
| sehr leicht | Bremsweg bei Nässe deutlich länger |
| Einfache Wartung | Felgenverschleiß |
| Günstig in der Anschaffung | Geringere Bremskraft |
| Kein Überhitzen von Scheiben | kaum Reifenfreiheit |

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Scheibenbremse
Die sogenannte Scheibenbremse oder auch “Disc Brake” genannt, hat sich in den letzten Jahren fest im Radsport etabliert und ist spätestens nach ihrer UCI-Zulassung 2018 nicht mehr wegzudenken.
Auch bei diesem System beginnt der Bremsvorgang mit dem Ziehen des Bremshebels, je nach System unterscheidet sich der Prozess jedoch erneut.
mechanisch
Bei der mechanischen Scheibenbremse erfolgt die Kraftübertragung vom Bremshebel zum Bremssattel über einen klassischen Bremszug (Bowdenzug), bestehend aus einem Stahlkabel. Im Bremssattel wird die Kabel-Zugkraft in eine neue Kraft umgewandelt, die den Druck der Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe verursacht. Die hierbei entstehende Reibung erzeugt letztendlich die Bremswirkung und verlangsamt bzw. stoppt das Fahrrad.
hydraulisch
Im Gegensatz zur mechanischen Scheibenbremse basiert das Prinzip der hydraulischen Scheibenbremse auf der Kraftübertragung mittels Bremsflüssigkeit. Wenn der Fahrende hier den Bremshebel betätigt, drückt er einen Kolben im Hauptbremszylinder hinunter, welcher die Bremsflüssigkeit unter Druck setzt. Diese Flüssigkeit wird zu den Bremssätteln an den Rädern geleitet, wo sie neue Kolben auslöst, die die Bremsbeläge gegen die Bremsscheiben drücken und somit die Reibung erzeugen, die das Abbremsen ermöglicht.
Vor- & Nachteile
| Vorteile der Scheibenbremse | Nachteile der Scheibenbremse |
|---|---|
| Konstante & hohe Bremsleistung | Höheres Gewicht |
| Exzellente Dosierbarkeit | Komplexere Wartung (regelmäßige Entlüftung erfordert Know-How) |
| Kein Felgenverschleiß | Höherer Preis |
| Mehr Reifenfreiheit | Potenzielle Geräuschentwicklung |

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Welche Bremsen für welches Rennrad?
Die Wahl der idealen Bremse hängt von diversen individuellen Faktoren wie Fahrstil oder Einsatzgebiet ab. So empfiehlt sich:
- Für Wettkämpfer*innen: auch wenn sich die aerodynamischen Scheibenbremsen, vor Allem aufgrund ihrer stark überlegenen Bremskontrolle, zunehmend im Wettbewerbsbereich durchsetzen, haben die gewichtsoptimierten Felgenbremsen noch immer ihre Relevanz und Daseinsberechtigung.
- Allround und Endurance: Für Langstreckenfahrer, Alpinisten oder auch Ganzjahres-Pendler ist die hydraulische Scheibenbremse vermeintlich die beste Wahl. Gerade ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit sorgen für Gelassenheit und Zuversicht auf Tour.
- Gravel und Cyclocross: Besonders im schlammigen oder nassen Terrain ist die Scheibenbremse aufgrund ihrer unempfindlichen Konstruktion und der kraftvollen Bremsfunktion die empfohlene Option.
Unterschiede von Vor- & Hinterradbremsen
Dass eine Bremse sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad montiert sein kann, haben die meisten Radfahrer bereits gesehen. Doch was genau der Unterschied zwischen beiden ist und warum fast alle Räder gleich beide Bremsen besitzen, wissen nur wenige.
In Deutschlands STVZO sind neben zulassungsspezifischen Anforderungen auch die Bremssystemformen für Fahrräder geregelt.
So ist vorgegeben, dass jedes Rad auf deutschen Straßen eine Doppelbremsanlage haben muss. Dies bezeichnet zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremssysteme, von denen eines am Vorder- und eines am Hinterrad montiert ist. Dies hat seinen Grund, denn beide Bremsenpositionen haben ihre Vor- und Nachteile:
| Vorderradbremsen | Hinterradbremsen |
|---|---|
| Übernimmt ca. 70 % der Bremsleistung | Nur ca. 30% der Bremsleistung |
| Bremsung schwer zu kontrollieren (Gefahr vorne über zu kippen) | Stabil, gut für Geschwindigkeitskontrolle |

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Was gehört zu meiner neuen Bremse?
Aus welchen Teilen besteht eine Bremse?
Wie bereits angedeutet, besteht ein vollständiges Bremssystem aus weit mehr als nur Bremshebel und Bremsbelägen. Zu den weiteren Bestandteilen gehören:
| Bestandteil | Funktion |
|---|---|
| Bremshebel | Ihre direkte Kontrolle über das System |
| Bremszüge | Kraftübertragung vom Hebel zum Sattel |
| Bremssattel | Hält Bremsbeläge & führt Bremsbewegung aus |
| Bremsbeläge | erzeugen die Reibung, wichtigstes Verschleißteil |
| Bremsscheibe | An der Nabe befestigte Scheibe, die als Bremsfläche dient |
Was bedeuten Bremsbeläge?
Die Bremsbeläge sind die entscheidenden Reibpartner und eines der wichtigsten Verschleißteile. Auch hier ist das Material ausschlaggebend. Bremsbeläge aus Metall oder Ähnlichem sind konstant leistungsstark bei Nässe oder hohen Temperaturen, können aber eher Geräusche erzeugen als Beläge aus Kunstharz.
Fazit
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Wahl des richtigen Bremssystems individuell ist.
Felgenbremsen können die bessere Wahl sein, wenn Sie das leichte Gewicht Ihres Rennrades halten wollen. Nicht jedoch, wenn Sie stark witterungsabhängige Strecken befahren möchten.
Letztendlich ist die richtige Wahl Ihre Eigene. Besuchen Sie uns in einer unserer Filialen für eine persönliche Beratung oder eine Probefahrt beider Bremsenformen. Unsere Experten helfen Ihnen gerne, das Bremssystem zu finden, das perfekt zu Ihnen und Ihrem Fahrstil passt – damit Sie nur noch auf ausdrücklichen Wunsch ausgebremst werden.