Titelbild: CC by JillWellington auf Pixabay
Auf der Suche nach einem neuen Fahrrad steht eine breite Palette an verschiedenen Fahrradtypen zur Auswahl. Entsprechend stellt sich nicht selten die Frage „Welches Fahrrad passt zu mir?“. Um das herauszufinden, gilt es einige grundlegende Kriterien zu berücksichtigen. Welche das sind, aus welchen Fahrradtypen Sie wählen können und welcher sich für Ihre Bedürfnisse am besten eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.
Fahrradtypen für unterschiedliche Bedürfnisse
Grundsätzlich lassen sich sechs verschiedene Fahrradtypen unterscheiden, die wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen:
- Citybike
- Mountainbike
- Trekkingbike
- Rennrad
- Crossbike
- Gravel-Bike
Citybike: Der Klassiker in der Stadt
, auch bekannt als Stadtfahrräder, eignen sich neben Tagestouren ideal für Kurzstrecken und den Stadtverkehr. Das verrät uns schon der Name. Das Citybike ermöglicht eine aufrechte Sitzposition, wodurch Sie komfortabel von A nach B gelangen. Es ist komplett ausgestattet, d.h. es verfügt über eine Ausstattung gemäß StVZO. Je nach Wahl gibt es Modelle mit Ketten- oder Nabenschaltung, mit oder ohne Federung und mit Nabe mit oder ohne Rücktritt. Stadträder gibt es bereits für unter 400 Euro.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| StVZO-Ausstattung | Ungeeignet für längere Touren |
| Komfortable Sitzposition | Eher auf befestigten Straßen einzusetzen |
| Preislich gut positioniert | |
| Bereit für alle Wetterbedingungen |

Bild: CC by freepik auf Freepik
Mountainbike: Optimal für Offroad-Touren
Das eignet sich für schwieriges Gelände, ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und sorgt somit für Offroad-Fahrspaß pur. Doch auch für sportliche Fahrten und Tagestouren ist das Mountainbike sehr beliebt. Die Sitzposition ist gemäßigt, aber sportlich. Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten des Mountainbikes unterscheiden: Hardtail und Fully.
Während das Hardtail nur mit einer Federgabel vorne ausgestattet ist, verfügt das Fully sowohl eine Federgabel vorne als auch einen Dämpfer hinten. Entsprechend sind Sie mit einem Hardtail gut bedient, wenn Sie viel auf breiten Feld- und Waldwegen unterwegs sind und mit einem Fully, wenn Sie hauptsächlich abseits befestigter Wege und Downhill fahren.
Apropos Ausstattung: haben aufgrund des Einsatzgebietes abseits befestigter Wege eine breite Bereifung und in der Regel eine Laufradgröße von 27,5 oder 29 Zoll. Für den Antrieb sorgt meist eine Kettenschaltung. Eine Ausstattung nach StVZO ist allerdings nicht vorhanden.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Auch für schwieriges Gelände geeignet | Keine StVZO-Ausstattung |
| Gute Bremssysteme | Ungeeignet für längere Touren |
| Gute Federungssysteme | Höherer Rollwiderstand |
| Höhere Geschwindigkeit möglich | Gebeugte Sitzposition |
| Geringes Gewicht | Schlechte Gepäckaufnahme |
Trekkingbike: Der Allrounder
Das Trekkingbike ist ein echtes Multitalent und eignet sich sowohl für Tagestouren, den Stadtverkehr, leichtes Gelände und Radreisen. Mit einer gemäßigten bis komfortablen Sitzposition lassen sich Erledigungen im Alltag, aber auch längere Touren ohne Probleme meistern. Dass das Trekkingrad sich für Reisen eignet, beweist zudem die Tatsache, dass sie in der Regel mit einem Gepäckträger ausgestattet sind. Darüber hinaus ist auch eine StVZO-Ausstattung vorhanden. Je nach Modell ist entweder eine Nabe mit oder ohne Rücktritt, eine Naben- oder Kettenschaltung und ggf. eine Federgabel verbaut.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Rad für den Alltag | Mittleres bis hohes Gewicht |
| Komfortable Sitzposition | Mäßige bis mittlere Geschwindigkeit |
| StVZO-Ausstattung | |
| Niedriger Pflege- und Wartungsaufwand |

Bild: CC by Didgeman auf Pixabay
Rennrad: Ideal für Rennen und lange Ausfahrten
Das Rennrad überzeugt nicht nur mit besonders guten Rolleigenschaften, was eine hohe Geschwindigkeit ermöglicht, sondern auch mit seinem puristischen Design. Die Sitzposition ist gestreckt, also sportlich, was die Aerodynamik beim Fahren unterstützt. Ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Aerodynamik haben die leichten, schmalen Laufräder, meist mit einer Größe von 28 Zoll, die schmale Bereifung (23 oder 25 mm) und andere leichte Komponenten. Der Aufbau des Rennrades ist auf Geschwindigkeit ausgelegt. Es eignet sich also für Straßenradrennen auf feinstem Asphalt, Sport, aber auch für lange Radausfahrten.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Geringes Gewicht | Nur auf befestigten Straßen einsetzbar |
| Höhere Geschwindigkeiten möglich | Schlechte Fahreigenschaften bei Nässe oder Glätte |
| Hohe Aerodynamik | Keine StVZO-Ausstattung |
| Gestreckte Sitzposition |
Crossbike: Sportliche Variante des Trekkingrads
Das Crossbike ist eine Kombination aus Mountainbike und Rennrad. Es gilt als Multitalent und eignet sich damit sowohl für befestigte als auch für unbefestigte Wege. Ob Sport oder Tagestour – mit einem Crossbike sind Sie gut bedient. Die Laufräder sind meist 28 Zoll groß und mit Kettenschaltung ausgestattet. Einige Modelle verfügen über eine Federgabel. Eine StVZO-Ausstattung gibt es hingegen meist nicht. Ebenso wenig wie einen Gepäckträger und Schutzbleche. Die Sitzposition ist gemäßigt bis sportlich.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Allrounder | Schwächere Bremssysteme |
| Auch für längere Touren geeignet | Nicht für schwieriges Gelände geeignet |
| Geringer Rollwiderstand | Nur teilweise mit StVZO-Ausstattung |

Bild: CC by Tho-Ge auf Pixabay
Gravel-Bikes
Das Gravel-Bike ist, ähnlich wie das Crossbike, eine Kombination aus Rennrad und Mountainbike. Allerdings sind Sie damit deutlich schneller unterwegs, da der Lenker ein tiefes Greifen und eine gestreckte Sitzposition ermöglicht. Das Gravel-Bike zeichnet sich durch mittelbreite, profilierte Reifen, leichte Carbon-Bauteile und eine Geometrie aus, die ein souveränes Handling erlaubt – auch auf unbefestigten Wegen. Entsprechend ist es in verschiedenen Einsatzgebieten beliebt: Asphalt, Feldweg, leichte Trails, Alltag und ggf. auch für Bikepacking-Touren.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Allrounder | Nur teilweise mit StVZO-Ausstattung |
| Auch für längere Touren geeignet | Gestreckte Sitzposition |
| Hohe Aerodynamik für schnellere Geschwindigkeiten |
Die verschiedenen Fahrradtypen im Überblick
Die nachfolgende Tabelle bietet einen Überblick über die verschiedenen vorgestellten Fahrradtypen und ihre wesentlichen Eigenschaften.
| Fahrradtyp | Wesentliche Eigenschaften | Vorteile | Nachteile | Einsatzzweck | Schaltung |
|---|---|---|---|---|---|
| Citybike | Aufrechte Sitzposition, StVZO-Ausstattung | Preisgünstig, bereit für alle Wetterbedingungen | Ungeeignet für längere Touren, nur auf befestigten Straßen | Kurzstrecken, Stadtverkehr, Tagestouren | Nabenschaltung |
| Mountainbike | Sitzposition gemäßigt/sportlich, Hardtail oder Fully | Für schwieriges Gelände, Gute Brems- und Federungssysteme, Höhere Geschwindigkeit, Geringes Gewicht | Keine StVZO-Ausstattung, ungeeignet für längere Touren, höherer Rollwiderstand, schlechte Gepäckaufnahme | Sport/Fitness, Offroad, Tagestouren | Kettenschaltung |
| Trekkingbike | Multitalent, Sitzposition gemäßigt/komfortabel, i.d.R. mit Gepäckträger | StVZo-Ausstattung, Niedriger Pflege- und Wartungsaufwand | Hohes Gewicht, mäßige Geschwindigkeit | Tagestouren, Stadtverkehr, Leichtes Gelände Radreisen | Naben- oder Kettenschaltung möglich |
| Rennrad | Gestreckte Sitzposition, schmale Laufräder | Hohe Geschwindigkeit, Geringes Gewicht, Hohe Aerodynamik | Nur auf befestigten Straßen, Keine StVZO-Ausstattung, schlechte Fahreigenschaften bei Nässe | Sport/Fitness, Asphalt, Lange Ausfahrten, Rennen | Kettenschaltung |
| Crossbike | Kombination aus MTB und Rennrad, Multitalent, Laufräder 28 Zoll | Auch für längere Touren geeignet, Geringer Rollwiderstand | Schwächere Bremssysteme, nur teilweise StVZO-Ausstattung, Nicht für schwieriges Gelände, kein Gepäckträger und Schutzbleche | Sport/Fitness, Tagestouren, befestigte und unbefestigte Wege | Kettenschaltung |
| Gravel-Bike | Kombination aus MTB und Rennrad, gestreckte Sitzposition, mittelbreite Reifen, leichte Carbon-Bauteile | Allrounder, auch für längere Touren geeignet, hohe Aerodynamik, schnelle Geschwindigkeit | Nur teilweis mit StVZO-Ausstattung | Allrounder: Alltag, kurze und lange Touren | Kettenschaltung |

Bild: auf Pixabay
Oder doch lieber ein E-Bike?
Wer sich für ein E-Bike interessiert, der hat ebenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Fahrradtypen. Grundsätzlich lohnt sich der Kauf eines E-Bikes dann, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:
- Sie fahren gerne und viel Rad
- Sie pendeln zur Arbeit
- Sie unternehmen gerne lange Radtouren mit viel Gepäck
- Sie fahren häufig längere Strecken mit Steigung
- Sie sind körperlich eingeschränkt, möchten dennoch fit bleiben
Das Faltrad für die letzte Meile
Eine weitere Alternative ist das Faltrad. Es eignet sich besonders für Personen, die häufig kleinere Strecken zurücklegen, beispielsweise kleine Einkäufe oder die letzte Meile zur Arbeit bei Pendlern. Es lässt sich schnell und einfach zusammenfalten und verstauen. Ein weiterer Vorteil: In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt das zusammengeklappte Fahrrad als Handgepäck. Das heißt, Sie müssen dafür nicht extra ein Ticket zahlen.

Bild: CC by geniobike auf Pixabay
Wie viel kostet ein neues Fahrrad?
Wie wir wissen, kann der Fahrradkauf hohe Kosten mit sich bringen. Je nachdem, für welchen Fahrradtyp Sie sich entscheiden, variiert der Preis. Aber auch Hersteller, Modell, Material und Ausstattung haben großen Einfluss darauf. Citybikes und Trekkingräder sind häufig bereits für unter 400 Euro erhältlich. Sofern man sich für ein günstiges Modell entscheidet. Diese Art von Fahrrad gibt es nämlich auch im mittelpreisigen Segment, also zwischen 400 und 800 Euro. Wer sich ein Mountainbike oder ein Rennrad zulegen möchte, der wird schnell erkennen: Nach oben hin gibt es keine Grenzen.
Im hochpreisigen Segment finden sich Räder mit hochwertigen Materialien, darunter Rahmen aus Stahl, Aluminium oder sogar Carbon. Dafür müssen Sie aber entsprechend auch tiefer in die Tasche greifen. Die Preise liegen meist zwischen 1.500 und 1.800 Euro. Noch höher sind die Kosten für ein E-Bike – etwa zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Für High-Tech-Varianten sollten Sie bis zu 5.000 Euro einplan.
Fazit: Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Fahrradkauf stellen
Um herauszufinden, welches Fahrrad am besten zu Ihnen passt, können die folgenden Fragen hilfreich sein:
- Für welches Einsatzgebiet brauche ich mein Fahrrad?
- Möchte ich ein E-Bike oder ein klassisches Fahrrad?
- Welche Rahmengröße ist die richtige?
- Welche Ausstattung benötige ich?
- Welches Material soll das Fahrrad haben?
- Wie hoch ist mein Budget?