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Der ist weit mehr als nur ein Accessoire für Fahrradfahrer. So lästig er auch für manche sein mag, er sorgt für die Sicherheit im Straßenverkehr und rettet nicht selten sogar Leben. Er sollte also fester Bestandteil Ihrer persönlichen Sicherheitsausstattung sein. Insbesondere bei sportlichen Fahrern, die mit dem Rennrad oder Mountainbike unterwegs sind. Mittlerweile gibt es eine Reihe verschiedener Arten von Fahrradhelmen in unzähligen Designs. Welche davon für Sie die richtige ist, welche Kriterien die Entscheidung beeinflussen und was Sie beim Kauf beachten sollten, zeigt Ihnen der folgende Fahrradhelm Ratgeber.
Warum ist ein Fahrradhelm wichtig?
Lediglich für Fahrten mit einem S-Pedelec oder , die bis 45 km/h mit Motorunterstützung fahren, gilt eine Helmpflicht. Für das klassische Fahrrad hingegen ist das Tragen eines Helmes in Deutschland bislang keine Pflicht. Dennoch sollten Sie mit gutem Vorbild vorangehen und Kindern und Jugendlichen zeigen, wie’s geht. Denn Studien zeigen, dass das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall um 90 Prozent verringern. Es ist also verständlich, dass Mediziner dringend dazu raten, einen Helm beim Radfahren zu tragen.
Arten von Fahrradhelmen
Wie schon erwähnt, gibt es mittlerweile eine große Auswahl an verschiedenen Arten von Fahrradhelmen, darunter zum Beispiel der , der , der und der . Diese schauen wir uns nachfolgend etwas genauer an.
Cityhelm
Dieser Helm eignet sich bestens für . Er hat eine robuste Konstruktion und ein geschlossenes Hartschalendesign, das vor Wind und Regen schützt. Außerdem verfügt ein Cityhelm meist über zusätzliche Reflektoren oder sogar integrierte LED-Positionsleuchten. Und das, ohne viel mehr auf die Waage zu bringen. Der Stadthelm ist nämlich gerade einmal 150 Gramm schwerer als ein Rennradhelm.
Mountainbikehelme
Anders als andere Helmarten besitzt der Mountainbikehelm bzw. MTB-Helm zusätzliche große Belüftungsöffnungen an der Oberseite. Denn wer mit dem Mountainbike unterwegs ist, der weiß, dass es bei langen Anstiegen auch mal ziemlich warm unter dem Helm werden kann. Da meist etwas flotter unterwegs sind, sind MTB-Helme außerdem häufig mit Visier ausgestattet, das vor Sonne, Insekten, aufgewirbelten Steinchen und Staub schützt. Und auch im Nackenbereich sind Sie durch den tiefen Schnitt optimal geschützt.
Rennradhelme
Wie bereits erwähnt sind Rennradhelme besonders leicht. Denn gerade hier kommt es besonders auf Geschwindigkeit an. Das ist der Grund, aus dem Rennradhelme auch windschnittig vom Design sind. Sie besitzen große Lüftungsschlitze im vorderen Bereich, die für Lufteinlass und optimale Aerodynamik sorgen.
Allroundhelme
Der Allroundhelm macht seinem Namen alle Ehre, denn damit sind Sie für den Alltag bestens gewappnet. Sie sind robust, haben ein geschlossenes Design, das vor Wind und Wetter schützt und oft auch viele Reflektoren. Hier gibt es außerdem in der Regel die schönste Designauswahl.

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Vorteile verschiedener Helmarten
| Helmart | Vorteile |
|---|---|
| Cityhelm |
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| MTB-Helm |
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| Rennradhelm |
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| Allroundhelm |
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Kriterien für die Auswahl eines Fahrradhelms
Einen Helm beim Radfahren zu tragen, ist ein Muss, wie wir gesehen haben. Er ist einer der wichtigsten Faktoren, die unsere Sicherheit im Straßenverkehr sicherstellen. Da er immer dabei ist, sollte natürlich die Optik gefallen. Doch daneben gibt es noch einige weitere Faktoren, welche die Auswahl des Fahrradhelms beeinflussen.
Helmgröße und Passform

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Passt der Helm nicht, können Sie genauso gut ohne fahren. Denn nur, wenn er perfekt sitzt, schützt er Sie auch bei einem Unfall. Daher ist vor dem Kauf das Anprobieren unumgänglich. Benötigen Sie bei der Suche nach einem Fahrradhelm Beratung, sind Sie am besten in einem Fachgeschäft aufgehoben. Dort ermitteln die Mitarbeitenden auch ganz einfach Ihre Helmgröße und stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung.
Möchten Sie Ihre Helmgröße selbst bestimmen, dann legen Sie ein Maßband etwa einen Zentimeter über Ihren Augenbrauen an und führen es möglichst gerade einmal um den eigenen Kopf herum. Es sollte also oberhalb der Ohren am Kopf anliegen. Der gemessene Kopfumfang gibt Ihnen Aufschluss über Ihre Fahrradhelm Größe. Diese wird meist in Bereichen angegeben, also beispielsweise 51 bis 55 Zentimeter. Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen Einblick:
| Helmgröße | Kopfumfang |
|---|---|
| XS | 46 bis 51 cm |
| S | 51 bis 55 cm |
| M | 52 bis 57 cm |
| L | 56 bis 62 cm |
| XL | 61 bis 65 cm |
Form und Desing
Auch die Optik ist wichtig bei der Wahl eines Fahrradhelms. Denn gefällt der Helm nicht, wird er auch nicht gern aufgesetzt. Daher sollten Sie – insbesondere bei – darauf achten, dass der Helm auch gefällt. Doch auch, wenn das Design eine Rolle spielt, ist sie nicht das wichtigste Auswahlkriterium.
Materialien und Konstruktion
Wesentlich wichtiger als die Optik ist das Material, aus dem der Helm gefertigt ist. Besonders guten Schutz bieten Helme aus qualitativ hochwertigem Material mit guter Verarbeitung. Die Innenschale des Helms besteht in der Regel aus expandiertem Polystyrol (EPS). Das ist eine Art Styropor, ein sehr leichter Kunststoff. Die äußere Schale besteht aus Polycarbonat-Außenhaut (ABS). Sie ist sehr hart, widerstandsfähig und bietet dadurch zusätzlichen Schutz. Unter den Lüftungsöffnungen befindet sich zudem meist ein Insektenschutz.

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Belüftung und Komfort
Um starkes Schwitzen unter dem Helm zu vermeiden, sollten Sie bei der Wahl eines Modells auf ein vernünftiges Belüftungssystem achten. Viele Varianten haben waschbare Schaumstoffpads für zusätzliche Polsterung im Inneren des Helms, was den Komfort ebenfalls erhöht.
Din-Norm für die Sicherhei
Glücklicherweise müssen Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, genormt sein und entsprechend hohe Material- und Sicherheitsstandards erfüllen. Im Rahmen dieser Norm müssen sie einem umfangreichen Testverfahren inkl. Crash-Test unterzogen werden. Nur sofern dieser bestanden wurde, erhält der Helm die DIN EN 1078 bzw. 1079, wenn es um Kinderhelme geht. Doch auch beim Sicherheits-Siegel „Geprüfte Sicherheit (GS)“ können Sie ohne Bedenken einen Kauf tätigen.
Sicherheitselemente eines Fahrradhelms
Für viele spielt auch der Preis eine entscheidende Rolle. Es gibt tatsächlich teilweise deutliche Unterschiede im Preis, die in erster Linie durch zusätzliche Sicherheitsausstattung begründet werden. So kosten Fahrradhelme mit zusätzlichen Reflektoren, Zusatzbeleuchtung, mit einem schönen Design, einfachen Verstellmöglichkeiten und einer abnehmbaren Sonnenblende grundsätzlich mehr als Modelle mit minimaler Ausstattung und einem einfachen Design. Auch Helme, die über die neueste Sicherheitstechnologie verfügen, haben ihren Preis. Die MIPS-Technologie ist die wohl jüngste Neuerung. Dabei ist die Innenschale schwimmend verarbeitet und kann sich bis zu 15 Millimeter verschieben. Das heißt, sie kann einen Teil der Beschleunigungsenergie bei einem Aufprall abfangen.
Tipps für die Auswahl und den Kauf eines Fahrradhelms
Grundsätzlich gilt, der richtige Helm ist zwar wichtig, begleitet Sie aber nicht bis ans Ende der Tage. Nach spätestens fünf bis sechs Jahren sollten Sie sich von Ihrem Helm trennen und einen neuen kaufen. Denn in dieser Zeit altert das Material und kann porös werden. Einflussfaktoren sind Sonne und Hitze, aber auch Regen und Kälte. Wissen Sie nicht mehr, wann Sie Ihren Fahrradhelm gekauft haben, werfen Sie einen Blick auf die Datumsprägung, die zumindest das Herstellungsjahr und den Monat bekanntgibt. Beim Kauf ist es außerdem ratsam, die eigene Sport-, Fahrrad- oder Sonnenbrille mitzunehmen, um zu prüfen, ob sie sich auch mit Helm bequem tragen lässt.
Gehen Sie darüber hinaus sicher, dass der Fahrradhelm perfekt auf Ihrem Kopf sitzt. Dafür setzen Sie ihn zunächst mit offenem Gurt auf und justieren ihn auf Ihre Größe. Das gelingt meist über ein kleines Rad am Hinterkopf. Liegt er am Kopf an, ohne zu drücken, sollte er passen. Schließen Sie nun den Kinngurt und schütteln Sie Ihren Kopf. Wenn der Fahrradhelm weder wackelt noch rutscht, dann sitzt er optimal. Achten Sie aber auch darauf, dass der Riemen weder verdreht ist noch scheuert oder an den Ohren stört.
Empfehlungen zur richtigen Nutzung eines Fahrradhelms
Haben Sie die Frage, welcher Fahrradhelm Ihnen passt, beantwortet, ein schönes Modell für sich gefunden und es auf Ihren Kopfumfang eingestellt, steht einer sicheren Fahrt nichts mehr im Wege. Den Helm sollten Sie immer dann tragen, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind und auch erst dann absetzen, wenn Sie vom Rad absteigen. Nach einem Sturz oder bei Verdacht auf Beschädigung sollten Sie den Kopfschutz besser nicht weiter nutzen, sondern einen neuen Fahrradhelm kaufen.
Außerdem ist es nicht empfehlenswert, einen gebrauchten Fahrradhelm zu erwerben. Ihnen ist nämlich die Vorgeschichte des Helms unbekannt. Es könnte sein, dass der Vorbesitzer mit diesem bereits gestürzt ist und er dadurch beschädigt wurde. Die volle Schutzwirkung ist in diesem Falle nicht mehr gegeben.

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Weitere Möglichkeiten zur Erhöhung der Fahrradsicherheit
Ein robuster und geprüfter ist die Grundlage für sicheres Fahrradfahren. Einige weitere Möglichkeiten, die Fahrradsicherheit zu erhöhen, finden Sie hier:
- Sorgen Sie für eine gute Sichtbarkeit, durch zusätzliche Leuchten, und straßenverkehrssichere Kleidung
- Kontrollieren Sie die Funktionsfähigkeit der regelmäßig und halten Sie die Einrichtung sauber
- Auch eine blinkende Leuchte für den Helm kann die Sichtbarkeit erhöhen
- Steigen Sie beim Zebrastreifen vom Fahrrad ab, dieser gewährt nur Fußgängern Vortritt
- Fahren Sie vorausschauend und gefahrenbewusst, passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Bedingungen an