Riemenantrieb am Fahrrad: Tipps, Vorteile und Nachteile

Laden... 675 view(s)
Riemenantrieb am Fahrrad: Tipps, Vorteile und Nachteile

Coboc ONE Brooklyn Fat Herren 352Wh jugla-braun (2020)

 

Der Riemenantrieb ist zwar relativ jung, doch es gibt ihn schon seit rund 10 Jahren. Dennoch gewann er erst in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Beliebtheit. Was genau hinter diesem Antrieb steckt, welche Vor- und Nachteile diese Variante hat und ob sich diese Antriebsart für Sie eignet, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist ein Riemenantrieb beim Fahrrad?

Eine vergleichsweise junge Alternative zum klassischen Kettenantrieb ist der Riemenantrieb. Bei diesem ist keine Kette, sondern ein Riemen aus Carbonfasern verbaut, der sich auch nach sehr langer Benutzung nicht längt. Welche weiteren Vor- und Nachteile dieser Antrieb mit sich bringt, stellt sich im Verlauf des Artikels heraus.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Der geringe Verschleiß des Riemenantriebs sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer, was ihn insbesondere für Personen interessant macht, die häufig und/oder lange Strecken fahren. Denn damit ist ein regelmäßiges Austauschen der Kette nicht mehr notwendig. Aufgrund einiger weiterer Vorteile eignet sich ein Fahrrad mit Riemenantrieb sowohl für sportliche Fahrer wie Mountainbiker und Trekking-Biker als auch für Pendler, die jeden Tag längere Strecken zurücklegen müssen und sich dafür einen leisen und effektiven Antrieb wünschen.

Aufbau und Funktionsweise eines Riemenantriebs

Wie bereits kurz angeschnitten, besteht der Riemen aus Carbonfasern. Diese sind extrem zugfest, das heißt, der Riemen längt sich auch nach langer Nutzung nicht. Dennoch gleicht der Aufbau dem einer Kettenschaltung, denn auf der Innenseite des Riemens sind aus Nylon gefertigte Zähne geformt, welche in die Zähne der Riemenscheiben greifen. Die erste Riemenscheibe befindet sich an der Kurbel, die zweite, etwas kleinere an der Hinterradnabe. Zwischen diesen greifen die Zähne ineinander und bei korrekter Spannung gibt es kein Durchrutschen. Zu den bekanntesten Herstellern auf dem Markt gehört das amerikanische Unternehmen Gates mit seinem Gates Carbon Drive.

Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs

Der Fahrrad Riemenantrieb ist in einigen Aspekten dem klassischen Kettenantrieb überlegen. Das liegt beispielsweise an der einfachen Pflege und Wartung, der ausbleibenden Korrosion und dem leisen Lauf. Auf der anderen Seite ist die Reparatur des Riemens nicht möglich. Stattdessen muss es ausgetauscht werden und Ersatzteile sind nur schwer zu beschaffen. Welche weiteren Vor- und Nachteile ein Riemenantrieb hat, sehen Sie in folgender Übersicht.

Vorteile Nachteile
  • Einfache Pflege und keine Wartung nötig
  • Keine Reparatur möglich
  • Kaum Verschleiß des Riemens, also längere Lebensdauer
  • Ersatzteile schwer zu beschaffen
  • Geringes Gewicht
  • Vorsicht beim Transport geboten (Gefahr von Schäden)
  • Leise, bei korrekter Riemenführung
  • Mängel wie Risse sind nur schwer zu erkennen
  • Kein Kettenöl nötig
  • Nur in Kombination mit Naben- oder Tretlagerschaltung möglich

Mögliche Gründe für und gegen einen Kettenantrieb

Der klassische Kettenantrieb auf der anderen Seite zeigt sich insbesondere bei geringer Trittleistung effizienter. Der Unterschied ist aber kaum merklich, im Gegensatz zur Leistung bei niedrigen Temperaturen. Denn Schneematsch und Schmutz können dem Riemenantrieb stark zusetzen. Entsprechend sollten Sie sich überlegen, ob Sie im Winter nicht lieber auf einen Kettenantrieb zurückgreifen möchten. Andererseits ist beim Kettenantrieb der Wartungsaufwand höher und ohne eine gut gepflegte Kette müssen Sie störende Geräusche beim Fahren ertragen.

Vorteile Nachteile
  • Resistenter gegenüber äußeren Einflüssen
  • Geringere Lebensdauer
  • Ersatzteile günstig und einfach in der Beschaffung
  • Höherer Wartungsaufwand
  • Nach dem Aus- bzw. Einbau des Hinterrads keine Einstellungen erforderlich
  • Schwerer im Gewicht
 
  • Störende Geräusche bei schlecht gepflegter Kette

Ketten- oder Riemenantrieb: Welches Antriebssystem ist besser?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage können wir nicht geben, denn bei der Wahl kommt es auf die individuellen Vorlieben des Fahrers an. Während einige auf die lange Haltbarkeit und einfache Pflege des Riemenantriebs schwören, sehen andere die Resistenz gegenüber äußeren Einflüssen und die unkomplizierte Beschaffung von Ersatzteilen beim Kettenantrieb als Vorteil. Es gibt bei der Entscheidung also eine Reihe an Kriterien zu beachten, darunter Folgende:

  • Wirkungsgrad: Beide bieten nahezu denselben Wirkungsgrad
  • Lebensdauer: Hier hat der Riemenantrieb die Nase vorn und hält mit rund 7.000 km bis zu dreimal so lang
  • Pflege und Wartung: Ein Riemenantrieb aus Carbon ist deutlich einfacher zu reinigen, muss aber regelmäßig kontrolliert werden, um Schaden durch Spannung vorzubeugen
  • Geräuschentwicklung: Bei falscher Riemenspannung oder einem Schräglauf können auch beim Riemenantrieb störende Geräusche auftreten. Ein richtig ausgerichteter Riemen in gutem Zustand läuft aber leise

Kann man einen Riemenantrieb nachrüsten?

Grundsätzlich ist es möglich, ein Fahrrad mit Riemenantrieb nachzurüsten. Jedoch müssen Sie dafür den ein oder anderen Punkt berücksichtigen:

  • Rahmenschloss: Prüfen Sie, ob in den Fahrradrahmen ein Schloss eingebaut werden kann. Nur so können Sie den geschlossenen Riemen aufziehen.
  • Teilbarer Riemen: Kann kein Rahmenschloss eingebaut werden, eignet sich alternativ auch ein teilbarer Riemen.
  • Riemenscheiben: Kettenblätter und Ritzel müssen gegen Riemenscheiben ausgetauscht werden. Ein Riemen lässt sich nämlich nur auf speziellen Antriebsrädern montieren.
  • Schaltung: Um einen Riemenantrieb einzubauen, ist eine Naben- oder Tretlagerschaltung erforderlich. Mit Kettenschaltung kann kein Riemen montiert werden.
  • Riemenspanner: Bei vertikalen Ausfallenden des Fahrradrahmens müssen Sie zudem einen Riemenspanner montieren. Sonst kann der Riemen nicht auf die notwendige Spannung gebracht werden.

Was gilt es bei der Montage eines Riemenantriebs zu beachten?

Um den Einbau des Riemenantriebs in Ihrem Fahrrad ohne Fehler anzugehen, gilt es einige Aspekte zu beachten. Zunächst muss die Riemenlinie unbedingt gerade sein. Ansonsten ist eine reibungslose Funktion nicht gewährleistet und der Riemen verschleißt schneller oder reißt sogar. Des Weiteren darf der Riemen auf keinen Fall geknickt werden, da sonst Schäden entstehen, die nicht mehr behoben werden können und der Riemen muss ausgewechselt werden. Die Montage kann außerdem nur in Verbindung mit entsprechenden Riemenscheiben erfolgen und der Riemen benötigt entsprechende Spannung. Entsprechend sind entweder horizontale Ausfallende oder ein Riemenspanner notwendig.

Fazit

Ein Riemenantrieb kann auch im Nachgang noch eingebaut werden. Er ist vorteilhaft, da die Pflege einfach und der Verschleiß gering ist. Entsprechend verspricht der Riemenantrieb im Fahrrad eine längere Lebensdauer. Aufgrund des Materials ist er in der Regel auch leichter, was das Gewicht angeht und es gibt keine störenden Geräusche. Allerdings ist eine Reparatur nicht möglich und Ersatzteile sind schwer zu beschaffen. Auch beim Transport ist Vorsicht geboten und Mängel wie Risse sind nur schwer zu erkennen.

Grundsätzlich bietet der Riemenantrieb zahlreiche Vorteile und eignet sich für sportliche Fahrer wie auch für Pendler, die viel unterwegs sind. Jedoch kommt es bei der Entscheidung für oder gegen diese Art von Antrieb auf die individuellen Ansprüche und Vorlieben an.

Beliebte Artikel
Kommentare
Kommentar hinzufügen
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht
 
 Kostenfreier Rückversand innerhalb Deutschland
 Versandkostenfreie und schnelle Lieferung1
 Daten- und Käuferschutz, sichere Zahlung mit SSL-Verschlüsselung
 Abholung in der Filiale - online bestellen, im Laden abholen