Gangwechsel leicht gemacht: Die Vielfalt der Schaltungstypen

Gangwechsel leicht gemacht: Die Vielfalt der Schaltungstypen
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Gangwechsel leicht gemacht: Die Vielfalt der Schaltungstypen

Titelbild: cc by TruckRun auf Unsplash

Inhaltsverzeichnis

 

Das Thema Schaltung war eine lange Zeit grundlegend bei der Fahrradwahl. Dabei galt: Je mehr Gänge desto besser. Diese Meinung ist jedoch schon lange überholt. Stattdessen sollten Sie Wert auf die Schaltungsarten beim Fahrrad legen. Denn diese haben einen Einfluss auf den Fahrkomfort und bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Welche das sind und welche Fahrradschaltung Arten es überhaupt gibt, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

[Bild von einem Schaltwerk an einem Fahrrad]

 

Welche Arten der Fahrradschaltung gibt es?

Neben mechanischen Arten der Fahrradschaltung ergeben sich dank der modernen Elektronik auch spannende neue Möglichkeiten im Bereich der Fahrradschaltungen, nämlich elektronische Schaltungen. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Schaltungsarten für das Fahrrad. Die folgenden vier Varianten nehmen wir in diesem Ratgeber genauer unter die Lupe:

  • Kettenschaltung
  • Nabenschaltung
  • Tretlagerschaltung
  • Kombinationsschaltung

 

Kettenschaltung

Eigenschaften und Funktionsweise

Die Kettenschaltung kann mechanisch, elektronisch oder per Funk betätigt werden. Sie arbeitet mit einem Schaltmechanismus, der die Kette auf den verschiedenen Ritzeln bewegt. An der Kurbel befinden sich ein bis drei Kettenblätter unterschiedlicher Größe. Diese werden per Umwerfer gewählt. Eine Kette stellt die Verbindung zum auf der Hinterradnabe montierten Zahnkranz her. Das Schaltwerk sorgt schließlich für die Auswahl der Gangstufen.
Die Einbaubreite der Rahmen lässt sich nicht verändern. Entsprechend müssen für mehr Gänge hinten immer schmalere Ketten verbaut werden. Das wiederum führt zu größerem Verschleiß. Die Schaltung hat ein leichtes Gewicht und ist am Hinterrad platziert. Sie gehört zu den meist verbauten Schaltungen und ist in allen Preissegmenten erhältlich. Zudem lassen sich einzelne Komponenten einfach austauschen und damit das Übersetzungsverhältnis beeinflussen.

[Bild von einer Kettenschaltung an einem Fahrrad]

Einsatzbereich

Aufgrund des geringen Gewichts und des breiten Gangspektrums findet die Kettenschaltung häufig bei sportlichen Fahrrädern Einsatz, darunter City- und Trekkingbikes. Verbaut sind bei dieser Art von Rädern oft 3 Kettenblätter (3-fach Kurbel) mit einer 8- bis 11-fach Gruppe. So wird das Fahrrad vielfältigen Einsatzbereichen gerecht. Bei Rennrädern auf der anderen Seite wird die 2-fach Kurbel mit 11-fach Gruppe verbaut. Diese Schaltung ist leicht in aufwändig gefertigte Carbonrahmen zu integrieren und der Verschleiß ist äußerst gering. Insbesondere bei Mountainbikes, Cyclocross- und Gravel-Bikes geht der Trend hin zur 1-fach Kurbel bei einer 10- oder 11-fach Gruppe. Vorteilhaft sind zwar das geringe Gewicht und die fehlerfreie Bedienung. Allerdings kann es dadurch teilweise zu großen und spürbaren Gangsprüngen kommen.

[Bild von einer Person auf einem Trekkingbike mit einer Kettenschaltung]

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Einfache, ausgereifte Technik

Hoher Pflege- und Wartungsbedarf

Ersatzteile in der Regel immer und überall verfügbar

Verschleiß von Kette, Zahnrädern und Ritzelpaketen

Wartung meist vertraut

Schalten nur in Bewegung möglich

In allen Preisklassen erhältlich

 

Anpassung der Gesamtübersetzung durch Tausch von Zahnkranz/Kurbel-Garnitur möglich

 

 

Nabenschaltung

Eigenschaften und Funktionsweise

Die Nabenschaltung kann mechanisch, elektronisch oder automatisch betätigt werden. Sie ist in der Hinterradnabe platziert, arbeitet mit Zahnrädern, funktioniert aber auch mit einem Riemenantrieb. Dieser ist weniger wartungsanfällig als der Antrieb einer klassischen Kette. Im Grunde ist die Schaltung nahezu wartungsfrei. Der Schaltvorgang findet innerhalb der Hinterradnabe statt. Die Kette muss daher nur die Kraft von einem Kettenblatt übertragen. Optimale Voraussetzungen für alternative Kraftübertragung und der Zahnriemen bleibt nahezu wartungsfrei.
Gänge sollten bei der Nabenschaltung nur im Leerlauf gewechselt werden. Das Getriebe ist nämlich äußerst druckempfindlich. Daher ist die Schaltung mit einer Schalthilfe ausgestattet. Zum einen, um die Nabenschaltung zu schützen und zum anderen, um die kurze Unterbrechung zwischen den Gängen zu kompensieren.

[Bild von einer Nabenschaltung an einem Fahrrad]

Einsatzbereich

Zwar ist die Nabenschaltung auch bei Mountainbikes vertreten, in der Regel wird diese Art der Fahrradschaltung aber weniger im Sportbereich verbaut. Am häufigsten findet die Nabenschaltung bei Citybikes sowie E-Bikes Einsatz. Das liegt daran, dass sie schwerer ist als die konventionelle Kettenschaltung und einen höheren Reibungswiderstand besitzt. Marktführer in diesem Bereich ist Shimano, doch Nuvinci hat im E-Bike Segment innerhalb kurzer Zeit große Marktanteile erreicht.

[Bild von einer Person auf einem E-Bike mit Nabenschaltung]

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Nahezu wartungsfrei

Schwerer als Kettenschaltung

Ausgereifte Technik

Höherer innerer Reibungswiderstand

Keine Folgekosten durch Verschleiß oder Pflege

Teurer als vergleichbare Kettenschaltungen

In allen Preisklassen erhältlich

Schaltzugwechsel aufwendig

Auswahl zwischen Freilaufnabe und Rücktrittbremse möglich

Bei Defekt muss die Nabe meist zum Hersteller eingeschickt werden 

Vollständige Kapselung der Schaltung zum Schutz 

Keine Änderung der Übersetzung in der Nabe möglich 

Zahnriemen statt Kette möglich

 

Schalten im Stand möglich

 

 

Tretlagerschaltung

Eigenschaften und Funktionsweise

Die Tretlagerschaltung wird mechanisch betätigt. Sie befindet sich schwerpunktgünstig im Tretlagerbereich und erinnert an ein kleines KFZ-Getriebe mit Antriebs-, Abtriebs- und Schaltwelle in einem geschlossenen Gehäuse. Das Stirnradgetriebe läuft im Ölbad, funktioniert nahezu wartungsfrei und hält nicht selten ein ganzes Fahrradleben lang. Statt einer Kette kann auch hier gerne ein wartungsfreier Zahnriemen verwendet werden. Die Schaltung ist allerdings nicht mit gewöhnlichen Rädern verwendbar, denn sie benötigt eine spezielle Tretlageraufnahme.

[Bild einer Tretlagerschaltung an einem Fahrrad]

Einsatzbereich

Die Tretlagerschaltung gilt als unverwüstlich und ist daher gerade für Fernreisen, ausgiebige Ausflüge und auch Mountainbiker sehr beliebt. Sie ist äußerst zuverlässig und äußere Einflüsse spielen dabei keine Rolle.

[Bild von einem Downhill-Mountainbiker auf einem Mountainbike mit Tretlagerschaltung]

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Nahezu wartungsfrei

Spezielle Rahmenaufnahme notwendig

Robust und unempfindlich

Höherer innerer Reibungswiderstand

Keine Folgekosten durch Verschleiß oder Pflege

Keine Änderung der Übersetzung im Tretlager möglich

Schalten im Stand möglich

Teurer als Kettenschaltungen

Vollständige Kapselung der Schaltung zum Schutz

Bei Defekt muss die Nabe meist zum Hersteller eingeschickt werden

Zahnriemen statt Kette möglich

Schaltzugwechsel aufwendig

Schwerpunktgünstige Lage im Tretlager

Schwerer als Kettenschaltung

 

Kombinationsschaltung

Eigenschaften und Funktionsweise

Die Kombinationsschaltung zu guter Letzt wird ebenso mechanisch betätigt. Hier werden zwei Fahrradschaltung Arten zu einer Schaltung zusammengefügt – beispielsweise eine Kettenschaltung mit einer Nabenschaltung. Dadurch werden sowohl die Vorteile als auch die Nachteile beider Schaltungsarten beim Fahrrad vereint.

Einsatzbereich

Die Kombinationsschaltung eignet sich im Grunde in zwei Fällen:

  • Sie möchten ein E-Bike mit vielen Gängen haben
  • Eine reine Kettenschaltung mit 21 oder mehr Gängen ist Ihnen zu pflegeintensiv

Im Vergleich zu Vehikeln mit Ketten-, Naben- oder Tretlagerschaltung ist die Auswahl an Fahrrädern mit Kombinationsschaltung zwar eher klein, aber es finden sich durchaus moderne, attraktive und zuverlässige Modelle.

Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Im E-Bike große Anzahl von Gängen realisierbar

Schwerer als Kettenschaltung

Teilweise Änderung der Übersetzung möglich

Höherer innerer Reibungswiderstand

Schalten im Stand möglich

Teurer als Kettenschaltung

 

Schaltzugwechsel aufwendig

 

Bei Defekt muss die Nabe meist zum Hersteller eingeschickt werden

 

Mechanische vs. elektronische Schaltung

Bei der mechanischen Schaltung handelt es sich um eine überschaubare Technik, die schon seit Jahrzehnten ausgereift und damit zuverlässig ist. Sie ist leichter als elektronische Schaltungen und auch günstiger. Die Wartung ist vertraut, kann daher auch selbst durchgeführt werden und Einzelteile sind grundsätzlich immer und überall erhältlich. Allerdings hat die mechanische Schaltung längere Hebelwege, höhere Bedienkraft und einen höheren Montageaufwand, da mehr Teile benötigt werden.
Die elektronische Schaltung andererseits überzeugt mit präzisen Schaltvorgängen. Umwerfer und Schaltwerk justieren sich teilweise selbst und durch Tastenklick sind nur minimale Bedienkräfte notwendig. Elektronische Schaltungen sind darüber hinaus mit zusätzlichen Schaltknöpfen erweiterbar, teilweise frei konfigurierbar und haben sehr lange Batterielaufzeiten. Dafür sind sie schwerer und teurer als mechanische Gruppen, schwer an älteren Rahmen zu montieren und auch die Einstellung sowie Wartung gestaltet sich komplizierter, zumindest ungewohnt.

[Tabelle oder Infografik zur Gegenüberstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile]

 

Entscheidungskriterien für die Wahl der Fahrradschaltung

In erster Linie sollten Sie sich vor der Entscheidung für eine Fahrradschaltung Gedanken über den Einsatzzweck machen. Nutzen Sie das Gefährt hauptsächlich im Alltag und für Stadtfahrten, macht eine Tretlagerschaltung nur wenig Sinn. Diese wird nämlich meist bei sportlichen Fahrrädern verbaut. Stattdessen eignen sich sowohl die Nabenschaltung als auch die konventionelle Kettenschaltung. Wer ein E-Bike mit vielen Gängen oder einfach ein pflegeleichtes Rad haben möchte, der ist auch mit einer Kombinationsschaltung gut bedient. Vorausgesetzt, Sie haben das nötige Kleingeld dafür, denn diese Schaltungsart beim Fahrrad ist in der Regel teurer.
Und damit sind wir schon beim zweiten Punkt: dem Preis. Denn auch das Budget spielt bei der Wahl eine wichtige Rolle. Am günstigsten ist die klassische Kettenschaltung. Bei den anderen Schaltungsarten hängen die Kosten vom jeweiligen Hersteller ab.

 

Fazit: Welche Fahrradschaltung sollten Sie wählen?

Suchen Sie nach einer günstigen und zuverlässigen Schaltung, dann ist eine Nabenschaltung die richtige Wahl. Auch eine günstige Kettenschaltung kann bei entsprechender Pflege jahrelang ohne Probleme funktionieren. Wer eher sportlich unterwegs ist oder häufig lange Ausflüge unternimmt, der sollte abwägen, ob sich doch der Kauf einer höherwertigen Schaltung – wie der Tretlagerschaltung – lohnt.

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